Pannenserie beim Billig-Busreiseunternehmen Flixbus-Unfall auf A9 - Ursachen-Suche läuft

BRISANT | 20.05.2019 | 17:15 Uhr

Nach dem Busunglück mit einer Toten und mehr als 70 Verletzten auf der A9 läuft einen Tag nach dem schweren Unfall die Suche nach der Ursache für die folgenschwere Katastrophe - nicht der erste "Flixbus"-Vorfall.

Einsatzkräfte der Feuerwehr stehen an der Unfallstelle neben dem verunglückten Bus.
Bildrechte: dpa

Die Ursache für das Unglück ist noch unklar, wie eine Polizeisprecherin am Montagmorgen sagte. Die Autobahnpolizei erklärte am Sonntagabend, die Polizei gehe nach ersten Ermittlungen davon aus, dass ein sogenannter Sekundenschlaf des Fahrers zu dem Unfall geführt habe. Diesen Verdacht wollte eine Polizeisprecherin am Montagmorgen jedoch nicht bestätigen. Der schwerverletzte Busfahrer konnte bislang nicht befragt werden, wie eine Polizeisprecherin am Montag in Halle sagte. Spuren seien gesichert worden, die Ermittlungen dauerten an.

Informationstelefon für Angehörige Angehörige betroffener Fahrgäste können sich für individuelle Auskünfte an die gebührenfreie Telefonnummer 00800 300 - 13730 wenden. 

Busunglück auf A9 - Rettungskräfte im Großeinsatz

Einsatzkräfte sind am Abend mit Bergungsarbeiten am verunglückten Reisebus beschäftigt.
Einsatzkräfte sind Sonntagabend mit Bergungsarbeiten am verunglückten Reisebus beschäftigt. Bildrechte: dpa
Einsatzkräfte sind am Abend mit Bergungsarbeiten am verunglückten Reisebus beschäftigt.
Einsatzkräfte sind Sonntagabend mit Bergungsarbeiten am verunglückten Reisebus beschäftigt. Bildrechte: dpa
Einsatzkräfte der Feuerwehr stehen an der Unfallstelle neben dem verunglückten Bus.
Der Bus des Unternehmens "Flixbus" war am Montag gegen 17:30 Uhr auf der A9 in Richtung München verunglückt und anschließend auf der Seite liegen geblieben. Bildrechte: dpa
Einsatzkräfte der Feuerwehr stehen an der Unfallstelle neben dem verunglückten Bus.
Eine Leitplanke bohrte sich durch die Windschutzscheibe. Bildrechte: dpa
Einsatzkräfte der Feuerwehr stehen an der Unfallstelle neben dem verunglückten Bus.
An Bord des Busses von Berlin nach München waren 75 Menschen. Bei dem Unfall kam eine Frau ums Leben, alle anderen Passagiere wurden verletzt - einige von ihnen schwer. Bildrechte: dpa
Einsatzkräfte der Feuerwehr stehen an der Unfallstelle neben dem verunglückten Bus.
Der schwerverletzte Busfahrer konnte bislang nicht befragt werden, wie eine Polizeisprecherin am Montag in Halle sagte. Bildrechte: dpa
Autos stehen auf der Autobahn an der abgesperrten Unfallstelle von einem verunglückten Bus.
Bei dem Unfall waren 56 Rettungswagen, acht Rettungshubschrauber sowie zahlreiche Feuerwehrleute und Polizisten im Einsatz. Bildrechte: dpa
Alle (6) Bilder anzeigen

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 20. Mai 2019 | 17:15 Uhr

Identität der Toten noch unklar

Bei dem Unfall bei Bad Dürrenberg im Saalekreis an der Landesgrenze zwischen Sachsen-Anhalt und Sachsen kam eine Frau ums Leben. Genaue Angaben zur Identität konnte die Polizeisprecherin zunächst nicht mitteilen. Neun Menschen wurden schwer verletzt. Zunächst war von sieben Schwerverletzten die Rede gewesen. An Bord des Busses von Berlin nach München waren 75 Menschen. Alle wurden verletzt.

Großeinsatz der Rettungskräfte

Bei dem Unfall waren 56 Rettungswagen, acht Rettungshubschrauber sowie zahlreiche Feuerwehrleute und Polizisten im Einsatz. Die Verletzten wurden auf insgesamt 14 Krankenhäuser verteilt - vor allem in Sachsen-Anhalt und Sachsen. Der Bus des Unternehmens "Flixbus" war am frühen Abend auf der A9 in Richtung München verunglückt und anschließend auf der Seite liegen geblieben. Eine Leitplanke bohrte sich durch die Windschutzscheibe. "Flixbus" richtete am Sonntagabend eine Hotline für Angehörige ein. "Der Bus war im Auftrag von "Flixbus" planmäßig zwischen Berlin und München unterwegs", bestätigte das Reiseunternehmen. "Unser Mitgefühl gilt den betroffenen Fahrgästen und Busfahrern sowie deren Familien und Freunden."

Die A9 wurde am Montag nach einer rund zwölf Stunden dauernden Sperrung wieder freigegeben.

+++ Serie von "Flixbus"-Pannen reißt nicht ab +++

Freitagmorgen, 17. August 2018: Auf der A19 verunglückt im Landkreis Rostock ein "Flixbus". Sechs Menschen werden schwer und zehn leicht verletzt.


Dienstag, 05.12.2017: Ein "Flixbus"-Fahrer hat anscheinend die Höhe einer Brücke in Berlin falsch eingeschätzt. Das führt dazu, dass er bei seinem Doppeldecker-Bus das Dach komplett abrasiert. Verletzt wird bei der Leerfahrt niemand. Ein weiterer Fernbus des Unternehmens hatte tags zuvor massive Probleme, steckt in der Klemme: Im westfälischen Hagen kommt der Fahrer in einer engen Kurve von der Straße ab und bleibt im abschüssigen Gelände stecken.


Am Sonntag, dem 14. August 2016, entwickelt sich für rund 40 "Flixbus"-Kunden die Reise von Nordrhein-Westfalen nach Berlin zu einer Irrfahrt mit mehrstündiger Verspätung. Ihr Fahrer muss nach einem Teil der Strecke umkehren, weil er mit dem falschen Bus losgefahren war. Die normalerweise etwa acht Stunden dauernde Fahrt verlängerte sich dadurch um rund sechseinhalb Stunden, wie ein "Flixbus"-Sprecher bestätigte.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 20. Mai 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Mai 2019, 18:14 Uhr

Das könnte Sie auch interessieren