Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels
Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels Bildrechte: dpa

Geschäftsführer Alexander Skipis im Gespräch Lob aufs Sachbuch: Warum der Börsenverein einen neuen Preis vergibt

Die einen sagen, es gibt schon zu viele Literaturpreise. Der Börsenverein findet, einer fehlt noch: Zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse wird ab 2020 nicht nur der beste Roman, sondern auch ein Sachbuch gekürt. Geschäftsführer Alexander Skipis will so nicht gleichziehen mit der Leipziger Buchmesse, die diese Kategorie seit 2005 neben Belletristik und Übersetzung würdigt. Die neue Auszeichnung sieht er als notwendigen "Beitrag zur Debattenkultur" im Zeitalter der Fakenews.

Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels
Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels Bildrechte: dpa

Einen großen Preis fürs Sachbuch wird der Börsenverein des Deutschen Buchhandels ab 2020 vergeben. Wie Hauptgeschäftsführer Alexander Skipis im Gespräch mit MDR KULTUR erklärte, soll die neue Auszeichnung ein Beitrag zur Debattenkultur in Deutschland sein. Dies sei nötiger denn je. In Fakenews-Zeiten böten Sachbücher "gesicherte Informationen, klare Positionen und Impulse für eine Auseinandersetzung mit Themen, die die Gesellschaft beschäftigen". Das Sachbuch sei sehr beliebt und habe einen hohen Rang, weil Menschen genau darauf vertrauten. "Das ist etwas, was sich ganz offensichtlich in anderen Medien wie dem Internet nicht findet", so Skipis.

Bücher mit Relevanz fürs Zeitgeschehen gefragt

Auf die Frage, ob die neue Auszeichnung in Konkurrenz zum Sachbuchpreis der Leipziger Buchmesse stehe, beschwichtigte er. Man wolle da in keinen Wettbewerb treten. Es gehe darum, Sichtbarkeit und Geltung des Sachbuchs zu erhöhen. Dabei solle der Deutsche Sachbuchpreis alle Bereiche des Genres abbilden, sagte Skipis. Das entscheidende Kriterium sei "die Relevanz für das Zeitgeschehen". Diese Relevanz könne auch eine Hölderlin-Biografie haben, wenn sie die Ideen und Überlegungen des Dichters für die heutige Gesellschaft aufzeige. "Es geht also nicht nur um rein aktuelle oder Mainstream-Themen", stellte Skipis klar.

Es geht auch um Themen, die noch keine sind, es aber sein müssten.

Alexander Skipis, Börsenverein

Zu Auswahl und Preisvergabe sagte Skipis MDR KULTUR vorab, dass es eine unabhängige Jury geben solle. Diese werde, wie beim Deutschen Buchpreis, aus den Einsendungen die Nominierten auswählen. Aus acht Titeln werde ein Sieger gekürt. Die erste Preisverleihung werde am 16. Juni 2020 im Berliner Humboldt-Forum Berlin stattfinden. Die Humboldtstiftung sei ein Kooperationspartner für den Deutschen Sachbuchpreis.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 21. Mai 2019 | 16:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Mai 2019, 12:57 Uhr

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