Ein Kinderarzt impft in seiner Praxis in Kaufbeuren einen Jungen zum Schutz gegen Masern.
Ein Junge wird gegen Masern geimpft: Weltweit ist der Impfschutz zu gering, um die hochansteckende Krankheit spürbar einzudämmen. Bildrechte: dpa

WHO-Statistik Masern-Fälle weltweit um 300 Prozent gestiegen

Die Masern-Fälle sind laut WHO im ersten Quartal 2019 um 300 Prozent im Vergleich zum Vorjahr angstiegen. Das ist eine geradezu dramatische Steigerung. In Deutschland mehren sich die Stimmen für eine Impfpflicht.

Ein Kinderarzt impft in seiner Praxis in Kaufbeuren einen Jungen zum Schutz gegen Masern.
Ein Junge wird gegen Masern geimpft: Weltweit ist der Impfschutz zu gering, um die hochansteckende Krankheit spürbar einzudämmen. Bildrechte: dpa

Die Zahl der Masern-Fälle ist weltweit innerhalb kürzester Zeit drastisch angestiegen. Wie die Weltgesundheitsorganisation WHO am Montag in Genf mitteilte, nahm die Zahl der Masern-Erkrankungen im ersten Quartal 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 300 Prozent zu.

Laut vorläufigen Daten wurden von Januar bis Mitte April 2019 112.000 Fälle der schweren Infektionskrankheit in 170 Ländern erfasst. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres 2018 seien 28.000 Fälle in 163 Staaten registriert worden.

Wieder auf dem Vormarsch

Die hochansteckende und mitunter lebensgefährliche Masern-Krankheit ist seit kurzem wieder auf dem Vormarsch. Besonders stark breitet sich die Krankheit laut WHO derzeit in der Demokratische Republik Kongo, in Äthiopien, Georgien, Kasachstan, Kirgistan, Madagaskar, Myanmar, auf den Philippinen, im Sudan, in Thailand und in der Ukraine aus. Die WHO macht einen geringen Impfschutz vor allem in abgelegenen Gebieten für die starke Ausbreitung mitverantwortlich.

Laut WHO starben 2017 rund 110.000 Menschen an Masern. Durch die von Viren übertragene Krankheit kommt es zu hohem Fieber, Schnupfen, Husten sowie Hautausschlag. Außerdem greifen Masern das Immunsystem an.

Spahn für Masern-Impfpflicht

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn begrüßte vor dem Hintergrund dieser dramatischen Entwicklung ausdrücklich eine Masern-Impfpflicht. Eine Ministeriumssprecherin des CDU-Politikers erklärte dazu am Montag, Spahn gehe es dabei vor allem um den Gesundheitsschutz von Kindern. Konkrete Vorschläge werde der Minister im Mai vorlegen. Bis dahin würden noch technische und inhaltliche Fragen geprüft.

In der vergangenen Woche hatte als erstes Bundesland Brandenburg eine Impfpflicht für Masern im Landtag verabschiedet. Eine einheitliche Position gibt es seitens der deutschen Länder bisher aber nicht. Auch in Mitteldeutschland gibt es bislang keine einheitliche Linie.  

Mitteldeutsche Länder uneins

Sachsen prüft nach Angaben des Sozialministeriums in Dresden die Einführung einer Masern-Impfpflicht in Kindertagesstätten. Um diese umzusetzen, müssten jedoch zuerst die gesetzlichen Grundlagen auf Bundesebene geschaffen. Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne begrüßte die Debatte über eine Masern-Impfpflicht. Ob diese allerdings auch durchsetzbar ist, müsse auf Bundesebene geklärt werden, sagte die SPD-Politikerin.

In Thüringen ist die rot-rot-grüne Landesregierung beim Thema Masern-Impflicht bisher nicht einig. Während Linke und SPD die Initiative des Landes Brandenburg für eine Impfpflicht unterstützen, zeigte sich die Grüne eher skeptisch.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 15. April 2019 | 17:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. April 2019, 18:16 Uhr

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31 Kommentare

17.04.2019 18:22 CDU Wählerin 31

@ 17.04.2019 02:58 Sabrina 27 > ... Ist Ihnen eigentlich klar, was für Dreck Impfungen sind? <

was ist passiert, was löst solche Wahnvorstellungen aus? Impfungen retten weltweit Leben! Ärzte ohne Grenzen opfern seit Jahrzenten jährlich ihren Urlaub um (vor allem bei den Ärmsten der Armen in Afrika und Asien - Leben durch Impfungen zu retten!
Das sollte normal gebildeten Europäern klar und bewusst sein.
Oder hat eine Sekte naiv-gutgläubige getäuscht und verdient an deren Organen

17.04.2019 15:44 Gerd Müller 30

die Dreierlei-Impfung haben DDR Bürger alle bekommen und überlebt ^^

17.04.2019 09:08 Lilly 29

Auszug aus Wikipedia:
"Impfen ist grundsätzlich mit einem Einzelimpfstoff möglich, wird jedoch in Deutschland in aller Regel als Masern-Mumps-Röteln-Impfung oder Masern-Mumps-Röteln-Windpocken-Impfung mit einem Kombinationsimpfstoff durchgeführt. "

was soll denn nun geimpft werden?

17.04.2019 04:18 Sabrina 28

@ mdr-Redaktion - Zitat:
"Zudem ist die Inzidenz der gemeldeten Fälle bei Kindern unter einem Jahr und bei einjährigen Kindern im Vergleich zu den anderen Altersgruppen weiterhin hoch. Kinder unter einem Jahr können noch nicht geimpft werden und einjährige Kinder werden in der Praxis oft später als von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen (Alter 11-14 Monate) geimpft, sodass diese von hohen Impfquoten in ihrer Umgebung profitieren würden (sog. Herdenschutz)."
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Die Mutter, die die Masern als Kind durchgemacht hat - 14 Tage und dann regulär komplikationsfrei überstanden - gibt ihrem Nachwuchs den sogenannten Nestschutz mit. Dieser Nestschutz ist eine Immunität gegen Erkrankungen, die mindestens über das Säuglingsalter reicht.
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Das Kind kann deshalb in diesem Alter nicht an Masern erkranken !
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Dass Masern bei Kindern unter 1 Jahr auftreten ist Folge der Impfung, wegen der die Mütter keinen Nestschutz mehr an ihr Kind geben.
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Schluss mit dem Unsinn !

[Liebe Sabrina, den Nestschutz geben nur die Mütter, die bereits an Masern erkrankt sind. Auch Mütter, die nicht an Masern erkrankt sind, aber geimpft worden, geben den Kindern Schutz. Das aber ca. vier bis sechs Monate weniger.
Masern sind keine Kinderkrankheit, sie können für Menschen gefährlich werden:
"Besonders Erwachsene treffen die Masern härter als Kinder, warnt die RKI-Sprecherin. Das Virus unterdrücke die Immunabwehr, dadurch komme es häufig zu weiteren Folgekrankheiten. "Auf die Masern kann schnell eine Hirnhaut- oder Lungenentzündung folgen, weil es andere Erreger durch die Masernviren leichter haben", sagt sie. Rund ein Viertel aller Infizierten, bei denen ein Labortest den Nachweis auf eine Maserninfektion erbringt, müssen schließlich im Krankenhaus behandelt werden. Einer von 1.000 Erkrankten sterbe an den Folgen." (Zitat aus: https://www.mdr.de/wissen/masern-impfung-pflicht100.html)
Liebe Grüße aus der MDR.de-Redaktion]

17.04.2019 02:58 Sabrina 27

@ 16.04.2019 16:48 CDU Wählerin 25
Zitat:
"aus: https://www.mdr.de/zeitreise/impfen-ddr-sozialismus-100.html
Die Erfolge der DDR-Impfprogramme waren enorm. Die Krankheitszahlen sanken rapide nach deren Einführung."
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Nach der Einführung des Brustkrebsscreenings in Dänemark sank dort die Brustkrebssterblichkeit.
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Der Haken:
Auch in der nicht gescreenten Kontrollgruppe sank diese.
Wie sieht es denn in der Kontrollgruppe zur Masernimpfung aus ?
Gibt es offensichtlich nicht.
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Und es kommt noch schlimmer.
In der nichtgescreenten Kontrolle war die Brustkrebssterblichkeit niedriger als bei den Probanden.
Fazit:
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Was im ersten Moment positiv aussah, erwies sich bei wissenschaftlich seriöser Prüfung als Desaster.
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Ist Ihnen eigentlich klar, was für Dreck Impfungen sind?
- Fremdeiweise, die das Immunsystem als Körperfremd erkennen und beseitigen muss
- Quecksilber
- Aluminiumhydroxid
Die Rentenversicherung freuts.

[Liebe Sabrina, der Vergleich mit den Brustkrebsscreenings und der Masernimpfung ist aus unserer Sicht nicht zielführend. Bei der Masernimpfung ist es wichtig, dass so viele wie möglich geimpft sind, damit der Herdenschutz greift. Nur so kann die Krankheit eliminiert werden.
Über die Gefahren einer Masernerkrankung lesen Sie hier mehr: https://www.mdr.de/wissen/masern-impfung-pflicht100.html
Liebe Grüße aus der MDR.de-Redaktion]

16.04.2019 20:38 Auf zum letzten Gefecht! 26

Anbetrachts der Zahlen halte ich das alles für Panikmache.

Die sollen lieber die 5 fach Grippeschutzimpfung für alle kostenfrei zur Verfügung stellen.

Warum machen die das nicht?

16.04.2019 16:48 CDU Wählerin 25

Zitat aus: https://www.mdr.de/zeitreise/impfen-ddr-sozialismus-100.html

Die Erfolge der DDR-Impfprogramme waren enorm. Die Krankheitszahlen sanken rapide nach deren Einführung. Besonders spektakulär beim Kampf gegen die Kinderlähmung, zumal im Vergleich mit dem Westen. Während im individualisierten Westen 1960 noch Polio-Epidemien wüteten, war die zentral verwaltete DDR-Gesellschaft seit 1958 zu großen Teilen immunisiert gegen die Kinderlähmung. Malte Thießen, Professor für Geschichte in Münster. "Auf diesem Feld gab es Anfang der 1960er-Jahre einen regelrechten Wettbewerb der Systeme", erklärt Malte Thießen. Der Professor für Geschichte in Münster hat das Impfen in beiden deutschen Staaten untersucht und vergleicht die Politik hinter dem Pieksen - ein föderales System im Westen gegenüber einem planwirtschaftlich organisierten Staat, in dem die Gesundheit Verfassungsrang hatte und alle Maßnahmen zentral vom Ministerium für Gesundheitswesen in Ostberlin gesteuert wurden.

16.04.2019 15:52 Gerd Müller 24

INFO an 12 + 13 + 22

In Deutschland wurde die Masernimpfung Anfang der 1970er-Jahre eingeführt: 1970 in der DDR, in der Bundesrepublik 1973

Unsere Regierung sollte Impfpflicht einführen! Den Irrglauben verantwortungs- und rücksichtsloser darf keine weiteren Krankheitsfälle verursachen.

16.04.2019 11:32 Hercule 23

@ 1 Verbieten sie uns dann auch das Reisen in andere Länder ? da könnten auch Fälle von Masern, TBC Auftreten bzw ich mich anstecken ?
Mit verlaub was sie bringen sind keine Argumente nur "hohles Gewäsch"
Wie soll man ein Neugeborenes Kind schützen ? Darf ich erst mit ihm 12 Monte später raus weil man Masern erst ab dann bei Kindern Impfen kann?
Sollen wir bis dahin Verhungern ?
Vlt sollten die Impfgegner nicht nur an sich sondern auch an andere Menschen und Kinder denken

16.04.2019 11:10 Sabrina 22

Zitat:

"[Lieber User, eine ausreichende Impfung bei Kindern und Erwachsenen ist wichtig, um die Ansteckung bzw. Ausbreitung zu verhindern. Besonders bei Kindern kann die Krankheit gefährlich werden, deshalb sollten Sie geschützt werden.
Liebe Grüße aus der MDR.de-Redaktion]"
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Sehr geehrte MDR-Red.,

am gefährlichsten sind Masern, wenn diese in einem Alter auftreten, in dem sie üblicherweise nicht auftreten.
Üblicherweise treten sie nicht auf im Säuglings-/Kleinstkindalter, da sie in diesem Alter durch den sogenannten Nestschutz durch die Mutter geschützt sind.
Üblicherweise treten sie nicht auf im Erwachsenenalter, da Erwachsene infolge des Durchlaufens der Krankheit immun sind.
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Auf den Seiten des RKI ist unter Epidemiologie nachlesen, dass es seit Einführung der Masernimpfung zu einem stetigen Anstieg von Masernfällen bei Säuglingen/Kleinstkindern und Erwachsenen gekommen ist, also in den Altersgruppen, wo das Risiko von Komplikationen am höchsten ist.

[Liebe Sabrina, danke für Ihre Antwort. Das Robert-Koch-Institut schreibt auf seiner Seite: "Zudem ist die Inzidenz der gemeldeten Fälle bei Kindern unter einem Jahr und bei einjährigen Kindern im Vergleich zu den anderen Altersgruppen weiterhin hoch. Kinder unter einem Jahr können noch nicht geimpft werden und einjährige Kinder werden in der Praxis oft später als von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen (Alter 11-14 Monate) geimpft, sodass diese von hohen Impfquoten in ihrer Umgebung profitieren würden (sog. Herdenschutz)."
Im Umkehrschluß bedeutet das: Umso mehr Menschen geimpft sind, umso geringer die Gefahr einer Ansteckung bzw Verbreitung.
Liebe Grüße aus der MDR.de-Redaktion]