Polizisten und Ermittler untersuchen die Überreste des Flugdecks des abgestürzten Flugzeugs der amerikanischen Fluglinie Pan American.
Beim Absturz des Flugzeuges starben im Jahr 1988 fast 300 Menschen. Bildrechte: dpa

Ersuchen aus Schottland Stasi-Mitarbeiter werden wegen Lockerbie-Attentat vernommen

270 Menschen starben im Jahr 1988 bei einem Anschlag auf ein Flugzeug über Schottland. Jahre später übernahm Libyen die Verantwortung für das Attentat. Nun gibt es offenbar eine neue Spur – sie führt zu mutmaßlichen ehemaligen Stasi-Mitarbeitern.

Polizisten und Ermittler untersuchen die Überreste des Flugdecks des abgestürzten Flugzeugs der amerikanischen Fluglinie Pan American.
Beim Absturz des Flugzeuges starben im Jahr 1988 fast 300 Menschen. Bildrechte: dpa

In Berlin werden frühere mutmaßliche Mitarbeiter der Stasi im Zusammenhang mit dem Lockerbie-Attentat vernommen. Es lägen entsprechende Rechtshilfeersuchen aus Schottland zur Aufklärung der Hintergründe vor, hieß es von der Berliner Generalstaatsanwaltschaft bei Twitter. Weitere Einzelheiten könnten derzeit nicht mitgeteilt werden. Die mutmaßlichen Stasi-Mitarbeiter würden unter anderem in Berlin vernommen.

Zuvor hatte die "Bild" bereits berichtet, dass schottische Ermittler der Frage nachgingen, ob Stasi-Agenten womöglich Teil einer terroristischen Verschwörung des ehemaligen libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi waren. Die Staatsanwaltschaft in Frankfurt (Oder) hatte fünf "europäische Ermittlungsanordnungen" erhalten. Es habe sich laut einer Sprecherin aber nur um Zeugenvernehmungen gehandelt.

270 Menschen gestorben

Blick auf eine tiefe Grube und zerstörte Häuser nach einem Flugzeugabsturz.
DaS Flugzeug stürzte damals auf das schottische Dorf Lockerbie. Bildrechte: dpa

Bei dem Anschlag auf eine Pan-Am-Maschine über dem schottischen Lockerbie waren im Jahr 1988 insgesamt 270 Menschen ums Leben gekommen – 259 an Bord der Maschine und elf weitere Menschen am Boden. An Bord der Maschine hatte es eine Explosion gegeben.

2003 hatte Libyen die Verantwortung für den Anschlag übernommen. Im Anschluss flossen Entschädigungen in Milliardenhöhe an die Hinterbliebenen der Opfer. Die Zahlungen waren damals auch ein wichtiger Baustein für das Ende der internationalen Isolation Libyens. Der damalige Herrscher al-Gaddafi wurde 2011 von Aufständischen getötet.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. März 2019 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. März 2019, 12:03 Uhr

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32 Kommentare

23.03.2019 11:49 Ekkehard Kohfeld 32

@ Kritiker 30 Ach Herr Kohfeld, ich bin recht berührt …
Es gibt mehr als genug Beweise die gegen die Stasi sprechen und die jetzt als Prügelknabe zu verharmlosen ist wohl mehr als unangebracht. Die hatten überall die Finger drin, machen Sie sich mal sachkundig.##
Da geht es doch gar nicht darum verdrehen sie einfach nicht andern Leuten ihren Kommentar ich habe nichts dergleichen behauptet was sie in meinen Kommentar reindichten,zudem sollen sie zu ihrem Ge­wäsch auch Beweise liefern sonst ist es einfach nur genau das Ge­wäsch.Ich kann auch behaupten auf dem Mond schneit es ohne dafür Beleg zu liefern.

23.03.2019 10:46 Jürgen Förster 31

"...hatte die "Bild" bereits berichtet..."
Spätestens hier könnte man aufhören zu lesen. Das Fachblatt für "Angst, Hass, Titten und den Wetterbericht" tritt zum x-ten mal auf die Leiche DDR ein, was für eine Sensation.
Das ein BBC-Reporter zugegeben hat, dass der Giftgasangriff der zur Bomardierung Syriens letztes Jahr führte ein Fake der Weißhelme war, wen juckts.
Das US-Zeitungen berichten, die Oppositionellen Venezuelas hätten die "Hilfstransporte" an der Grenze selbst angezündet, kein Wort in Deutschlands Qualitätsmedienwelt.
Dass sich heuer der völkerrechtswidrige Angriffskrieg auf Jugoslawien zum 20sten mal jährt, kein Kommentar.
Hauptsache man kann wieder mal den Stasiteufel an die Wand malen.

23.03.2019 10:10 Kritiker 30

Ach Herr Kohfeld, ich bin recht berührt …
Es gibt mehr als genug Beweise die gegen die Stasi sprechen und die jetzt als Prügelknabe zu verharmlosen ist wohl mehr als unangebracht. Die hatten überall die Finger drin, machen Sie sich mal sachkundig.

23.03.2019 08:08 Ekkehard Kohfeld 29

@ Kritiker 28 @Ekkehard Kohfeld-sehr bemerkenswert wie sie aus den Stasi-Verbrechern eine Unschuldstruppe machen. Waren Sie etwa auch dabei???##

Haben sie eine Leseschwäche??
Wo habe ich das geschrieben,ich habe nur geschrieben das einige es wohl gute finden einen Prügelknaben zu haben dem man alle unterschieben kann ich habe mit keiner Silbe geschrieben das das eine Unschuldstruppe wahr und sehe das auch nicht so.Nur sollte man nicht alle Schlechtigkeiten der Welt ohne wirkliche Beweis (Prügelknabe) da ab kippen,und die wirklich Schuldigen lachen sich ins Fäustchen.
Verdrehen sie gerne andern User ihre Kommentare?
Sehr plumper Versuch.

23.03.2019 07:36 Kritiker 28

@Ekkehard Kohfeld-sehr bemerkenswert wie sie aus den Stasi-Verbrechern eine Unschuldstruppe machen. Waren Sie etwa auch dabei???

22.03.2019 22:03 Dorfbewohner 27

“colditzer 17

...Und so schnell, wie die Wende kam, wäre man nicht in der Lage gewesen alle Unterlagen zu löschen oder zu vernichten…”

Nee, nee, nee, werter colditzer, erinnern Sie sich mal(wenn möglich) an damals, wie lange die tatsächlich noch Zeit zum schreddern und verbrennen hatten. Das waren Monate und auch in meiner Stadt sollen ja die Schornsteine währenddessen ziemlich gequalmt haben..

Also ich traue im Nachhinein dem “Schild und Schwert der Partei“ so ziemlich vieles zu.

Die haben nicht nur Nachbars Fernseh- und Essgewohnheiten recherchiert und dokumentiert, nein, die haben schon andere Eisen angefasst.

22.03.2019 20:04 Peter 26

Ist schon interessant: Meinte nicht der eine oder andere Kommentator schon mal, ´89 auf der Straße gegen die Stasi gewesen zu sein.
Aber Ironie beiseite.
Fest steht, die Stasi war mit Libyen dicke Tinte. Die Stasi war mit der PLO dicke Tinte. Die Stasi war mit der RAF dicke Tinte.
Mich wundert, dass man erst jetzt auf den Gedankem kommt, die Stasi könnte in den Lockerbie-Anschlag verwickelt sein.

22.03.2019 11:43 Ekkehard Kohfeld 25

@ Kritiker 22 @Colditzer, die Stasi war eine Verbrecherorganisation und wenn Sie diese verteidigen … Gedanken sind frei.##

Und es ist doch wunderbar wenn man jemand hat dem man
die Schuld zuschieben kann,und das aller Größte ist es wenn der sich auch nicht mehr wehrt oder wehren kann.
Bei den heutigen Überwachungen oder derer die alleine Deutschland in betrieb,bau und planung hat würde
die Stasi Freudentänze machen wenn sie das gehabt hätte.

22.03.2019 09:46 W. Merseburger 24

Werter Journalisten vom MDR,
wieder einmal wird mit vorauseilendem Gehorsam offensichtlich von Bild dir deine Meinung eine nicht zutreffende Formulierung übernommen. Klingt ja auch besser. In der MZ von heute wird deutlich darauf hingewiesen, es handelt sich um eine Befragung und keinesfalls um eine Vernehmung handelt. Es lebe der kleine Unterschied.

22.03.2019 09:16 Mal ne Anmerkung 23

Ja wenn es die Stasi nicht gegeben hätte!Übrigens neuste Erkenntnisse ,einer dem CIA nahestehenden Institut in einer geheimen "Ecke" der USA,belegen das die Ansiedlung der Wölfe ,gerade auf dem ehem.Gebiet der DDR,seitens der Stasi vorbereitet wurde.Ziel war und ist ,einen Zwist in die Gesellschaft zu bringen.
Und momentan überprüft diese Universität auch ob die Stasi(oder ein noch lebender Ableger) für die "massiven Pannen " beim Versuch des Baues des Flughafen in Berlin ist.Bekannt ist bisher das die Schuldigen in diesen Kreisen zu suchen sind.
Und hoffentlich wird nicht wieder so ein "strenger Sommer" ,dann sind die Schuldigen ja schon bekannt.Und die Russen und Putin gibt es ja auch noch!!!!
Schönes sonniges Wochenende!