Die Medienschau

Kommentare zu den mutmaßlichen Angriffen auf Tanker im Golf von Oman

"Bislang ist es vor allem der Ton zwischen den USA und Iran, der jeden Tag schärfer wird", schreibt die Volksstimme aus Magdeburg. "Die gegenseitigen Schuldzuweisungen - gesteigert nach den Tanker-Angriffen - lassen jedes Augenmaß vermissen. Ist die Diplomatie endgültig im Persischen Golf versunken? Was Amerikaner und Iraner betrifft, mag das so sein. Das muss jedoch nicht zwangsläufig zum heißen Krieg in Nahost führen."
Auf der Online-Seite der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung ist zu lesen: "Beide Seiten kommen immer weiter in eine Spirale der gefühlten Gewalt. Bereits das kleinste Versehen, eine fehl gedeutete Begegnung zweier Kriegsschiffe oder ein weiterer Sabotage-Akt gegen Öl-Schiffe würde die gelegte Zündschnur aktivieren. Die Domino-Steine, die dann fallen, würden Trumps politische Armdrückerei mit Teheran als Harakiri entlarven. Am Ende stünde ein Krieg, von dem auch Israel und Saudi-Arabien, die Erzfeinde Teherans, betroffen wären. Das kann, das darf niemand wollen."

Die Freie Presse aus Chemnitz fragt: "Welches Interesse sollte der Iran haben, den auch für Teheran wichtigen Schifffahrtsweg durch die Straße von Hormus gefährlich zu machen und ihn so zu blockieren? Spricht nicht US-Sicherheitsberater Bolton schon seit Jahren von einem 'Regime-Change' im Iran? Könnten nicht auch andere Mächte in der Region ein Interesse an der Provokation haben, um Teheran zu schwächen? Nur die Geheimdienste werden es wohl wissen oder vorgeben, es zu wissen."

Für die Neue Osnabrücker Zeitung steht fest: "Die neuen Spannungen am Golf, die das Öl und damit das Benzin verteuern, gehen auf das Konto der USA. Wenn es eines Beweises bedarf, wie nötig eine eigenständige und selbstbewusste Außenpolitik der EU ist, dann liefert der Iran-Konflikt ihn einmal mehr."

Die Mittelbayerische Zeitung aus Regensburg meint: "Das außenpolitische Irrlichtern Trumps hat mindestens so viel zu der Eskalations-Spirale am Persischen Golf beigetragen, wie die Scharfmacher in den Anrainer-Staaten. Ohne Mäßigung auf allen Seiten droht das Pulverfass im Mittleren Osten in die Luft zu fliegen. (...) Ein Weg zur Deeskalation könnte in der Untersuchung der Angriffe auf die Tanker durch die Vereinten Nationen bestehen. Die offene Frage bleibt, ob die Streitparteien daran ein ernsthaftes Interesse haben. "

Zuletzt aktualisiert: 15. Juni 2019, 03:50 Uhr