Das Landgericht in Chemnitz.
Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

15.04.2019 | 14:06 Uhr Haftstrafen für Planenschlitzer-Bande

Das Landgericht in Chemnitz.
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Am Landgericht Chemnitz ist am Montag das Urteil gegen eine mutmaßliche Planenschlitzer-Bande gesprochen worden. Die vier Männer und eine Frau aus Polen müssen wegen schweren Bandendiebstahls, Bandendiebstahls und Diebstahls mehrjährige Haftstrafen verbüßen. Der Haupttäter wurde zu sieben Jahren und sechs Monaten verurteilt. Zwei weitere Angeklagte müssen drei Jahre und acht beziehungsweise sechs Monate in Haft, der Haftbefehl wurde jedoch unter Auflagen außer Vollzug gesetzt. Die Frau und der jüngste Täter bekamen mit zwei Jahren und acht Monaten Haft die geringste Strafe. Da sie schon zwei Drittel der Strafe in Untersuchungshaft verbüßt hatten, hob die Strafkammer die Haftbefehle in den zwei Fällen auf.

Die Bande soll zwischen Februar 2016 und Mai 2017 bundesweit auf Parkplätzen und Raststätten die Planen von Lkw aufgeschlitzt und Ladung im Wert von mindestens 83.000 Euro gestohlen haben. Die vier Männer waren am 19. Mai 2017 im brandenburgischen Brieselang von Zivilfahndern aus Chemnitz auf frischer Tat erwischt und festgenommen worden. Die Frau war im Juni 2017 festgenommen worden. Der Prozess gegen die Bande hat vor über einem Jahr begonnen. Es wurde an über 50 Tagen verhandelt.

Zahl der Ladungsdiebstähle rückläufig

Alexander Ott
LKA-Beamter Alexander Ott Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wie das Landeskriminalamt (LKA) MDR SACHSEN mitteilte, geht die Zahl der Ladungsdiebstähle, umgangssprachlich auch Planenschlitzen genannt, zurück. So wurden im ersten Quartal dieses Jahres nur etwa 30 Fälle registriert. Im Vorjahreszeitraum waren es noch über 200 Taten. Es finden aber auch mehr Kontrollen statt: "Wir richten unsere Fahndungseinsätze danach aus, wo die Schwerpunkte sind, auch die Schwerpunktzeiten", erklärt der LKA-Beamte Alexander Ott.

Weiterhin gibt Ott Tipps für Lkw-Fahrer: Sie sollten die Sicherungen am Fahrzeug kontrollieren und nicht nicht öffentlich über ihre Ladung sprechen. Sollten die Fahrer einer Tat beobachten, empfiehlt der LKA-Mann zudem, im Fahrzeug zu bleiben und sich nicht den Tätern in den Weg zu stellen. "Unter Umständen sind diese auch gewaltbereit", so Ott. Wichtig ist auch, die über den Notruf die Polizei zu informieren.

Quelle: MDR/cnj/cb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 15.04.2019 | 12:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz

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