Traumzeit-Wandjina-Malereien der Aborigines Kimberley West-Australien
Bildrechte: imago/robertharding

15.04.2019 | 11:29 Uhr Sächsische Museen geben Gebeine australischer Ureinwohner zurück

Traumzeit-Wandjina-Malereien der Aborigines Kimberley West-Australien
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In Berlin sind am Montag die menschlichen Überreste von mehr als 40 Ureinwohnern Australiens aus deutschen Museen und Sammlungen an Vertreter australischer Herkunftsgesellschaften übergeben worden. An der Rückgabeaktion ist auch das sächsische Kunstministerium beteiligt, da der Großteil der Stücke aus sächsischen Völkerkundemuseen stammt. Es handelt sich neben Gebeinen auch um Haarproben.

Sensibler Umgang mit menschlichen Ausstellungsobjekten

Die Direktorin der Völkerkundemuseen in Leipzig, Herrnhut und Dresden, Leontine Meijer-van Mensch, verfolgt eine klare Linie im Umgang mit den sogenannten rehumanisierten Objekten. Solche Ausstellungsstücke - Gebeine und andere menschliche Überreste - werden nicht mehr ausgestellt, sagte Meijer-van Mensch MDR SACHSEN. Man sei zudem bemüht, die Objekte, die unrechtmäßig an die Museen gekommen sind, an die Herkunftsgesellschaft zurückzugeben.

Aber Rückgabe allein sei nicht alles, sagt Frank Usbeck, Wissenschaftler im Museum in Herrnhut und Betreuer der Amerikasammlungen in Leipzig und Dresden. Eine Art der Wiedergutmachung erfolgt Usbeck zufolge auch über verschiedene Projekte, die sächsische Museen gemeinsam mit den Herkunftsgesellschaften durchführen. Usbeck nennt unter anderem den Wissensaustausch mit den Herkunftsgesellschaften und gemeinsame Lernprojekte als Beispiele.

Das ist ein Austausch auf Augenhöhe mit vielen unserer Herkunftsgemeinschaften, den wir gern intensivieren wollen.

Frank Usbeck Wissenschafler am Museum Herrnhut

2017 erstmals Rückgabe kolonialer Gebeine

Sachsen hatte erstmals im Oktober 2017 Gebeine kolonialer Herkunft an ihr Herkunftsland zurückgegeben - damals an Hawaii. Wie viele solcher Stücke sich noch im Freistaat befinden, ist nicht bekannt. Die menschlichen Überreste waren meist in der Kolonialzeit Bestandteile von Sammlungen geworden.

Quelle: MDR/cnj

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 15.04.2019 | 11:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

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