Vorschlag von Holter Thüringen hat keine einheitliche Position zu Masern-Impfpflicht

Der Vorschlag von Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke), eine bundesweit einheitliche Impfpflicht einzuführen, stößt in Thüringen auf ein geteiltes Echo.

Die CDU-Fraktion im Thüringer Landtag fordert die Einführung der Masern-Impfpflicht. Der gesundheitspolitische Sprecher Christoph Zippel sagte am Montag, individuelle Freiheit ende dort, wo andere gefährdet werden. Die AfD-Fraktion hingegen ist gegen eine Masern-Impfpflicht. Fraktionsvize Wiebke Muhsal sagte, der Staat dürfe sich nicht zum Vormund aller Kleinkinder und ihrer Eltern machen.

Auch unter den rot-rot-grünen Koalitionspartnern in Thüringen ist das Vorgehen umstritten. Grünen-Fraktionschef Dirk Adams hatte sich zurückhaltend geäußert. Seine Partei würde stattdessen auf Aufklärung und freiwillige Einsicht bei Eltern von Kita-Kindern setzen, sagte er am Sonntag. Bei der SPD stieß der Vorstoß dagegen auf ungeteilte Zustimmung. Der Gesundheitsexperte der SPD-Landtagsfraktion, Thomas Hartung, sagte MDR THÜRINGEN, seine Partei werde die Forderung nach einer Impfpflicht unterstützen.

Haltung der Länder nicht einheitlich

Helmut Holter Bildungsminister Thüringen
Helmut Holter Bildrechte: imago/Jacob Schröter

Bildungsminister Helmut Holter (Linke) hatte sich am Sonntag dafür ausgesprochen, dem Vorschlag Brandenburgs zu folgen, eine bundesweit einheitliche Masern-Impfpflicht einzuführen. Bundesweit wird bereits die Masern-Pflichtimpfung für Kindergarten- und Schulkinder debattiert. Die Haltung der Bundesländer dazu ist nicht einheitlich. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will im kommenden Monat konkrete Vorschläge vorlegen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) meldete am Montag einen starken Anstieg der Masernerkrankungen weltweit. Von Januar bis Mitte April 2019 seien nach vorläufigen Daten 112.000 Fälle der schweren Infektionskrankheit in 170 Ländern erfasst worden. Das entspricht nach WHO-Angaben einem Anstieg um 300 Prozent zum Vorjahreszeitraum.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 15. April 2019 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. April 2019, 20:05 Uhr

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10 Kommentare

16.04.2019 14:59 martin 10

Die sog. Impfgegner sind nicht alles nur dogmatische Spinner. Ein berechtigter Teil der Kritik richtet sich gegen die Hilfs- und Begleitstoffe. Hier kann ich aus eigener Erfahrung berichten, dass das Standardmedikament bei einer für mich anstehenden Impfung als Träger- oder Hilfsstoff Quecksilber - mithin ein Nervengift - enthielt. Nur auf massive Nachfrage erhielt ich schließlich die Antwort, dass das nur aus Kostengründen verwendet wird. Quecksilberfreie gäbe es auch - aber die wären viel teurer.

Nun regen wir uns über Feinstaub, NOx & Co auf (die Raucher unter uns vielleicht weniger) - aber sollen uns ein Nervengift aus Kostengründen spritzen lassen? Da braucht man sich meiner Meinung nach nicht zu wundern, wenn es gegenüber Impfungen deutliche Vorbehalte gibt.

16.04.2019 14:52 martin 9

@6 merseburger: Das Problem (nicht nur für #4 lh) ist, dass Impfschäden nicht systematisch erfasst werden - schon weil es sie nach öffentlicher Meinung der Pharmaindustrie ja gar nicht gibt / geben kann / geben darf. Und wer zahlt die meisten Studien in D? Richtig: Die Pharmaindustrie.

Der Nachweis von Impfschäden ist auch deshalb schwierig, weil die Kausalität schwer nachweisbar ist. Fragen Sie mal Menschen, die versuchen eine berufsbedingte Erwerbsunfähigkeitsrente zu bekommen - mit welchen Argumenten die Berufsgenossenschaften versuchen die Kausalität zu verhindern.

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