MDR ZEITREISE

Rolf Hoppe gestorben

Rolf Hoppe - Ein Leben in Bildern

Er spielte den liebenswürdigen König im "Aschenbrödel" und den beängstigenden Nazi-General in "Mephisto", der den Oscar bekam: Rolf Hoppe. Er war ein DEFA-Urgestein. Am Mittwoch starb Rolf Hoppe im Alter von 87 Jahren.

Rolf Hoppe als Friedrich Wieck, 2010
Geboren am 6. Dezember 1930 als Sohn eines Bäckermeisters in der heute thüringischen Stadt Ellrich, musste Rolf Hoppe schon frühzeitig seinen Vater vertreten. Während des Zweiten Weltkrieges nahm er dessen Stelle in der Backstube ein. Erst nach der Rückkehr des Vaters aus der Gefangenschaft widmete sich Hoppe den Künsten. So gehörte er 1946 zu den Gründern des Laientheaters Ellrich, wo sich Hoppe als Komödiant entpuppte. Bildrechte: MDR/Marco Prosch
Rolf Hoppe als Friedrich Wieck, 2010
Geboren am 6. Dezember 1930 als Sohn eines Bäckermeisters in der heute thüringischen Stadt Ellrich, musste Rolf Hoppe schon frühzeitig seinen Vater vertreten. Während des Zweiten Weltkrieges nahm er dessen Stelle in der Backstube ein. Erst nach der Rückkehr des Vaters aus der Gefangenschaft widmete sich Hoppe den Künsten. So gehörte er 1946 zu den Gründern des Laientheaters Ellrich, wo sich Hoppe als Komödiant entpuppte. Bildrechte: MDR/Marco Prosch
v.l.n.r.: Herbert Köfer (Heinrich), Horst Papke (Roderich), Rolf Hoppe (Siegfried), Horst Kube (Wolfgang)
Hoppe war vielseitig. Mitte der 1960er-Jahre avancierte er zu einem gefragten Darsteller der DDR-Filmgesellschaft DEFA. Das Bild zeigt Hoppe (zweiter von rechts) hier in der Filmkomödie "Frau Venus und ihr Teufel" von 1967. Links im Bild ist Schauspieler Herbert Köfer zu sehen. Bildrechte: MDR/PROGRESS/Damm, Jaeger
Rolf Hoppe als König in Drei Haselnüsse für Aschenbrödel
Im Märchenfilm "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" gab Hoppe einen liebenswürdigen und fürsorglichen König. Den riesigen Erfolg des Films führte der Schauspieler übrigens auf Geldmangel zurück. Ursprünglich waren die Dreharbeiten im Sommer geplant, doch musste sie auf den Winter verschoben werden. Durch die Winterlandschaft Böhmens sei eine zauberhafte Poesie entstanden, sagte Hoppe einmal. Bildrechte: MDR/WDR/Degeto
Der Schauspieler Hendrik Höfgen (Klaus Maria Brandauer, r.) fühlt sich durch die Aufmerksamkeit des Generals (Rolf Hoppe) und dessen Freundin Lotte Lindenthal (Christine Harbort) geschmeichelt.
International bekannt wurde Hoppe 1981 durch seine Rolle als Nazi-General im Film "Mephisto“ - neben Klaus-Maria Brandauer. Bildrechte: MDR/Cine aktuell
Rolf Hoppe: Mein Bruder, der Clown
Hoppe sagte einmal über sich, im Herzen sei er ein Clown, der aus der Sicht eines naiven Kindes für die Menschen nach dem Lachen suche. Angst vor dem Tod habe er nicht. Der gehöre zum Leben dazu. Und wer weiß, so Hoppe, vielleicht sei er das Schönste, das immer am Schluss komme.
(Über dieses Thema berichtete der MDR im TV auch in Brisant, 02.02.2017, 17.15 Uhr.)
Bildrechte: DRA
Der Schauspieler Rolf Hoppe
Später studierte Hoppe in Erfurt Schauspielkunst, doch fast wäre aus seiner Karriere nichts geworden. 1950 musste er wegen einer Stimmlippenlähmung das Schauspielern zunächst auf Eis legen. Doch gesundete seine Stimme wieder und Hoppe konnte Theater-Engagements in Halle, Greifswald, Leipzig, Gera übernehmen. 1961 ging er zum Dresdner Staatsschauspiel, das zwei Jahrzehnte lang seine künstlerische Heimstätte bleiben sollte. Bildrechte: DRA
Der deutsche Schauspieler Rolf Hoppe
Hoppe spielte in zahlreiche Hauptrollen, glänzte aber ebenso mit prägnanten Gestaltungen von Nebencharakteren. Oft verkörperte er den Bösewicht, doch Hoppe ließ sich nicht auf einen Rollentyp festlegen. Er spielte auch immer wieder den Guten - beispielsweise in Kinderfilmen und Märchen. Bildrechte: dpa
Rolf Hoppe im Film Mephisto
in der ungarisch-westdeutschen Coproduktion vereinte Hoppe Blendung und Grauen des Faschismus in einem. Der Streifen bekam 1982 den Oscar in der Kategorie bester ausländischer Film. Hoppe aber fuhr nicht zur Preisverleihung nach Hollywood, worüber er sich Jahre später noch ärgerte. Bildrechte: imago/United Archives
Rolf Hoppe
Hoppe, der sich vor seiner Schauspielerkarriere als Tierpfleger im Zirkus verdiente, war ein Pferdenarr. Reitszenen waren ein leichtes für ihn. Die musste er in mehreren DEFA-Indianerfilmen absolvieren, wo Hoppe den bösen Widerpart von Gojko Mitić spielte. Bildrechte: imago/teutopress
Der Schauspieler Jan Josef Liefers (l) überreicht am 08.02.2015 in Berlin im Rahmen der 65. Internationalen Filmfestspiele bei der "Paula"-Preisverleihung den Filmpreis an Rolf Hoppe.
Nach der Wende blieb der Schauspieler gut im Geschäft. So spielte Hoppe beispielsweise einen herrlich depperten Alt-Nazi in "Schtonk!" (1992) oder einen verschmitzt-altersweisen Rabbi in "Alles auf Zucker!" (2004). Bei der Berlinale erhielt Hoppe (hier im Bild mit Schauspielkollegen Jan Josef Liefers) im Februar 2015 den Paula-Filmpreis - wegen seiner Verdienste um den gesamtdeutschen Film. Bildrechte: dpa
MDR Hörspielproduktion "Die Affäre Winckelmann" - im Bild: Rolf Hoppe (Kardinal)
Hoppe verdiente sich sein Brot auch immer wieder mit Hörspielproduktionen. Das Bild entstand bei Aufnahmen zur MDR-Hörspielproduktion "Die Affäre Winckelmann". Bildrechte: MDR/Stephan Flad
Schauspieler Rolf Hoppe und Ehefrau Friederike
Privat - hier mit seiner Ehefrau Friederike - kaufte sich Hoppe vor Jahren in Dresden-Weißig einen alten Bauernhof, wo er "Hoftheater" machte. Dort las der Schauspieler regelmäßig Geistergeschichten oder Märchen. Bildrechte: dpa
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Vor 70 Jahren: Erste HO-Filiale eröffnet

HO - die staatliche Handelsorganisation der DDR

In der sowjetischen Besatzungszone und danach in der DDR war die Versorgung mit Lebensmitteln, Kleidung und Gebrauchsgütern meist schwierig. Abhilfe sollte die HO schaffen. Am 15.11.1948 öffnete die erste Filiale.

HO Handelsorganisation Kaufhalle DDR
Bei der Eröffnung des ersten HO-Geschäftes in der sowjetischen Besatzungszone am 15.11.1948 in Berlin herrscht großer Andrang. Drei Jahre nach Kriegsende ist die Versorgungslage noch immer schwierig. Bildrechte: dpa
Blick auf ein HO Zeichen an einer Gaststätte
Die HO war das volkseigene, also staatliche, Einzelhandelsunternehmen der wenig später gegründeten DDR. In den ersten Jahren bot die HO sogar Lebensmittel ohne Lebensmittelmarken an, die es im Land bis Mitte 1958 gab. Außerdem gab es bei der HO lang entbehrte Gebrauchsgüter. Bildrechte: imago/Norbert Fellechner
Mobile HO-Verkaufstellen versorgen die Bevölkerung in der Berliner Randgebieten Aufnahmedatum geschätzt
Mit Verkaufswagen wurde Anfang der 1950er auch die Bevölkerung auf dem Land versorgt. Bildrechte: IMAGO
Ein großes Lenin-Porträt ziert 1958 das Schaufenster eines Tanzcafes der DDR-Handelsorganisation HO
... viele gastronomische Einrichtungen von Gaststätten über Cafés und Eckkneipen bis zu Ausflugslokalen. Im Bild: Ein Tanzcafé in Schwerin mit einem Bild des sowjetischen Staatsgründers Lenin, Ende der 1950er-Jahre. Bildrechte: dpa
Teilansicht der DDR-typischen HO-Kaufhallen-Bauten (1980)
Ab Ende der 1960er eröffnete die HO zunehmend Kaufhallen mit Waren des täglichen Bedarfs, gut erkennbar an ihrer Architektur. Die Neubauten waren flache Eingeschosser mit zickzackförmigem Dach. Im Bild: Die HO-Kaufhalle in der Greifswalder Straße in Berlin, Anfang der 1980er. Bildrechte: dpa
Metzgerei in Köpenick in Berlin Ost 1985
Trotzdem existierten bis zum Ende der DDR viele Einzelhandelsgeschäfte der HO weiter. Die meist kleinen Läden war spezialisiert. Es gab Verkaufsstellen für Fleisch und Wurst (im Bild eine Metzgerei in Berlin- Köpenick), Obst und Gemüse, ... Bildrechte: IMAGO
Das Centrum-Warenhaus in Hoyerswerda, aufgenommen im Sommer 1987.
In den folgenden Jahrzehnten bekamen die meisten Bezirksstädte der DDR ein Kaufhaus. Die Warenhäuser der HO firmierten unter der Bezeichnung "Centrum". Bildrechte: dpa
HO Handelsorganisation Kaufhalle DDR
Bei der Eröffnung des ersten HO-Geschäftes in der sowjetischen Besatzungszone am 15.11.1948 in Berlin herrscht großer Andrang. Drei Jahre nach Kriegsende ist die Versorgungslage noch immer schwierig. Bildrechte: dpa
Einer von 57 Imbiss- und Erfrischungskiosken der HO in Berlin (Ost) Aufnahmedatum geschätzt
Die HO besaß nicht nur Geschäfte zum Einkaufen, sondern deckte das ganze Spektrum der Versorgung mit Lebensmitteln und Waren aller Art ab. Es gab Kioske mit Imbiss, ... Bildrechte: IMAGO
Gäste im japanischen Gastzimmer
Auch Sushi in Suhl in der legendären Gaststätte "Waffenschmied" wurde unter dem Dach der HO serviert. Bildrechte: dpa
Indienstellung eines Verkaufbootes der HO zur Versorgung der Wassersportler mit Lebensmitteln auf den Berliner Gewässern
Auch das war die HO - Kundendienst auf und an den Gewässern der Republik. Die Verkaufsboote versorgten Wassersportler, Camper und Baustellen mit Lebensmitteln und anderen Waren. Bildrechte: IMAGO
Hotel Neptun
Und die besten Hotels der DDR gehörten zur HO, zum Beispiel das 1971 eröffnete Hotel "Neptun" direkt am Strand von Warnemünde. Bildrechte: imago/Marco Bertram
HO Handelsorganisation Kaufhalle DDR
Der Trend ging zu größeren Verkaufsflächen. Hier ein Blick in eine HO-Kaufhalle in Leipzig 1973. Bildrechte: dpa
Eingang eines HO-Textilgeschäftes
... für Bekleidung und Stoffe, kurzerhand HO Textil, für Schreibwaren, Haushaltswaren, Spielzeug, aber auch sogenannte Industriewaren wie Werkzeuge und kleine Eisenwaren. Bildrechte: IMAGO
Möbelhaus der Handelsorganisation der DDR am Rosenthaler Platz in Berlin (Ost, 1949)
Von Anfang an setzte die HO aber auch auf große Verkaufshäuser, zum Beispiel für Möbel wie hier in Berlin. Bildrechte: IMAGO
Ein Überbleibsel der DDR Handelsorganisation HO ist das Logo an einem ehemaligen Warenhaus in der Innenstadt von Chemnitz
Zunächst wurden ehemalige Kaufhäuser wie das "Tietz" in Chemnitz/Karl-Marx-Stadt oder das bekannte Görlitzer Jugendstil-Warenhaus wieder in Betrieb genommen. Bildrechte: dpa
Konsum Warenhaus am Brühl, die Blechbüchse in Leipzig. Aufgenommen am 01.06.1990
In der DDR errichtete Kaufhaus-Neubauten waren leicht an ihren rasterartigen Metallfassaden zu erkennen. Das Warenhaus in Leipzig - zur "Konkurrenz" der Konsum-Genossenschaft gehörend - wurde deswegen nur Blechbüchse genannt. Bildrechte: IMAGO
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Blick auf ein HO Zeichen an einer Gaststätte
Die HO war das volkseigene, also staatliche, Einzelhandelsunternehmen der wenig später gegründeten DDR. In den ersten Jahren bot die HO sogar Lebensmittel ohne Lebensmittelmarken an. Außerdem gab es lang entbehrte Gebrauchsgüter. Bildrechte: imago/Norbert Fellechner

Zwickau: VW erweitert Produktion von E-Autos

Trabi, Audi & Co: Autostadt Zwickau

Trabi, Audi & Co: Zwickau blickt auf mehr als 100 Jahre Automobilgeschichte zurück. Jetzt will VW in Zwickau die Produktion von E-Autos erweitern.

Horch 853
Sie sind die Kinder der Autostadt-Zwickau: Horch, Audi, Trabi und Co. Vom glamourösen, silbernen Blechflitzer... Bildrechte: IMAGO
Horch 853
Sie sind die Kinder der Autostadt-Zwickau: Horch, Audi, Trabi und Co. Vom glamourösen, silbernen Blechflitzer... Bildrechte: IMAGO
Trabant P 601 Limousine blau
...bis zur massentauglichen, blauen "Rennpappe". Bildrechte: August Horch Museum Zwickau
Der deutsche Automobilkonstrukteur und Industrielle August Horch, dreimaliger Alpenfahrtgewinner, in einem seiner Fahrzeuge. (Undatiert)
Die Geschichte der Automobilindustrie in Zwickau beginnt mit dem genialen Tüftler August Horch (im Bild am Steuer, undatiert) und dem Eintrag der "A. Horch & Cie. Motorenwerke AG" im Handelsregister der Stadt im Mai 1904. Bildrechte: dpa
Horch Zwickau
Fünf Jahre zuvor (1899) hatte Horch seine erste eigene Automobilfirma in Köln gegründet. Auf dem Bild fährt er mit seiner Frau in einem "Phaeton" durch Köln (1900). Bildrechte: August Horch Museum Zwickau
Horch Zwickau
Der erfinderische Horch war allerdings ein miserabler Geschäftsmann. Kurz vor der Pleite in Köln, kommt Hilfe aus Sachsen. Seine Firma zieht um, nach Reichenbach im Vogtland. Weil es ihm dort bald zu eng wird und er expandieren will, landet er schließlich in Zwickau. Hier prosperiert seine Firma. Bildrechte: August Horch Museum Zwickau
Ein Horch Phaeton12 mit 28 PS aus dem Jahr 1911
Doch der nächste Umbruch lässt nicht lange auf sich warten: Nach Streitigkeiten mit den Aktionären der Horchwerke gründet der Namensgeber und Erfinder 1909 ein neues Werk in Zwickau. Da er allerdings den Rechtsstreit um den Firmennamen verliert, braucht er einen neuen... Bildrechte: IMAGO
Horch Zwickau
...aus Horch wird Audi, lateinisch für Horch. So rollt im August 1910 der erste Audi durch Zwickau – jedoch noch ohne die markanten vier Ringe als Logo. Bildrechte: August Horch Museum Zwickau
Das August Horch Museum in Zwickau
In den 1930er-Jahren sind die Luxuswagen von Horch die meistverkauften PKW der Oberklasse. Audi hingegen gerät im Zuge der weltweiten Wirtschaftskrise in finanzielle Schwierigkeiten. Bildrechte: IMAGO
DKW
So übernimmt 1928 der aus Dänemark stammende Jörgen Skafte Rasmussen die Audiwerke Zwickau und expandiert mit seinem Konzern DKW. Doch noch immer steckt die Automobilindustrie in der Krise. Bildrechte: IMAGO
Horch Zwickau
Auf Initiative der Sächsischen Staatsbank schließen sich 1932 die Konzerne Audi, DKW, Horch und die Automobilabteilung der Wanderer-Werke zur "Auto Union" zusammen - symbolisiert durch vier Ringe, die noch heute die Front der Audis zieren. Bildrechte: August Horch Museum Zwickau
Audi Typ SS Zwickau
Auto Union wird damit schlagartig zum zweitgrößten Automobilkonzern in Deutschland. Jedes fünste Auto in Deutschland wird 1938 in Zwickau gefertigt. Bildrechte: IMAGO
Horch
Allerdings beendet der Zweite Weltkrieg die hoffnungsvolle Entwicklung des Konzerns, der nun restlos in die Rüstung eingebunden wird. Nach dem Krieg bringt Horch in den 1950er-Jahren den "letzten Horch" P240 heraus (auf dem Bild). Audi arbeitet zunächst am Vorkriegsmodell F8 weiter... Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Die letzte erhaltene Duroplast-Anlage der Welt, in der Mitte steht ein Prototyp Trabant P70
...und überrascht 1955 - jetzt als Automobilwerk Zwickau (AWZ) - mit einem ganz besonderen Modell samt serienmäßiger Kunststoffkarosse: Es ist der P70, der Vorgänger des Trabants. Geschuldet ist die äußere Hülle des P70 der fehlenden Schwerindustrie in Ostdeutschland und dem Mangel an Karosserieblech. Bildrechte: MDR/Matthias Vollmer
Trabant P 50 Limousine zweifarbig
Der erste Trabi (P50) geht schließlich am 7. November 1957 in Zwickau vom Band und wird im Sommer darauf in Serie produziert. Bildrechte: August Horch Museum Zwickau
Trabi-Produktion im Werk VEB Sachsenring, Zwickau
Im selben Jahr, 1958, schließen sich der VEB Kraftfahrzeugwerk Sachsenring (bis 1957 Horch) und der VEB Automobilwerk Zwickau AWZ (bis 1954 Audi) zum VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau zusammen. Das Foto zeigt die Trabi-Produktion im Werk vom April 1990. Bildrechte: IMAGO
Trabant P 601 Limousine blau
Wenige Jahre später, 1964, ist Schluss mit den einst markanten abgerundeten Formen. Der schnittige Trabant 601 (auf dem Bild) kommt auf den Markt. Mit kleineren Verbesserungen wird er bis 1990 in Zwickau gefertigt. Bildrechte: August Horch Museum Zwickau
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Vor 60 Jahren: "Vita Cola" patentiert

Von "Vita Cola", "Mandora" und "Margonwasser"

Am 13. November 1958 wurde "Vita Cola" patentrechtlich geschützt. Es war die vielleicht berühmteste süße Brause im Osten, aber beileibe nicht die einzige. Dutzende Cola-Sorten und Limonaden gab es in der DDR.

Eine historische Vita-Cola-Flasche
Ätherische Öle, Zitrusöl, Vanille, Kolanüsse, Koffein und Vitamin C - das waren die wesentlichen Ausgangsstoffe für die berühmteste Cola des Ostens - der "Vita Cola". Entwickelt wurde sie im Auftrag des Ministers für Lebensmittelindustrie der DDR in der Chemischen Fabrik Miltitz. Als Vorbild diente die legendäre "Coca Cola". Am 13. November 1958 wurde "Vita Cola" beim Patentamt der DDR warenrechtlich geschützt. Bildrechte: dpa
Eine historische Vita-Cola-Flasche
Ätherische Öle, Zitrusöl, Vanille, Kolanüsse, Koffein und Vitamin C - das waren die wesentlichen Ausgangsstoffe für die berühmteste Cola des Ostens - der "Vita Cola". Entwickelt wurde sie im Auftrag des Ministers für Lebensmittelindustrie der DDR in der Chemischen Fabrik Miltitz. Als Vorbild diente die legendäre "Coca Cola". Am 13. November 1958 wurde "Vita Cola" beim Patentamt der DDR warenrechtlich geschützt. Bildrechte: dpa
Getränkeetiketten von Quick und Vita Cola in Tutow
"Vita Cola" entwickelte sich schnell zu einem Verkaufsschlager. Bereits 1960 erhielten 160 Produktionsstätten in der DDR die Erlaubnis, "Vita Cola" herzustellen. Neben der "Vita Cola" gab es in der DDR ein halbes Dutzend weiterer Cola-Sorten. Eine von ihnen war "Quick-Cola". Bildrechte: IMAGO
Quick Cola Etikett
Die "Quick-Cola", die eine spezielle Kräutermischung enthielt, war weniger süß als die anderen Cola-Sorten, schäumte dafür aber mehr. Hergestellt wurde sie seit den 1960er-Jahren in Halle. 1990 musste die Produktion eingestellt werden, weil die Ost-Bürger nun "richtige" Cola aus dem Westen trinken wollten. Seit 2003 wird "Quick-Cola" nach alter Rezeptur wieder hergestellt. Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn
Kurt Ziervogel, Inhaber des Imbiss Konnopke, im Portrait. 1985
1966 gab die Regierung der DDR den Auftrag, eine weitere Cola nach westlichen Standards zu entwickeln. Schon im April 1967 wurde die erste "Club Cola" im Getränkekombinat Berlin abgefüllt. Gemixt mit Wodka oder Rum war "Club Cola" besonders unter Jugendlichen ausgesprochen beliebt und galt als "Kultgetränk". 1990 wurde die Produktion der "Club Cola" eingestellt, nur zwei Jahre später aber schon wieder angefahren. (Im Bild: Getränkeangebot des "Imbiss Konnopke" in Berlin 1985 - Citrus-Limonade, Club Cola und Berliner Bier.) Bildrechte: IMAGO
Werbung für Rum Cola
Mitte der 1970er-Jahre brachte der VEB Getränkekombinat Dessau eine Innovation auf den Markt: "Rum Cola". Das "alkoholische Mischgetränk" kam bei den Bürgern gut an, auch weil es verhältnismäßig preiswert war - nur 2,35 Mark kostete der halbe Liter. Die Zeichnung auf dem Etikett soll den amerikanischen Sänger Dean Reed darstellen, der 1973 in die DDR übersiedelt war. Er sollte der "Rum Cola" möglicherweise ein gewisses westliches Flair verleihen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Selterwasser und Limonade vom VEB Getränkekombinat Berlin aus vergangenen DDR-Zeiten.
In jedem Bezirk der DDR gab es aber auch spezielle Getränke-Sorten, die nur lokal vertrieben wurden. Hier im Bild Selterswasser und Limonade vom VEB Getränkekombinat Berlin. Verkauft wurden diese beiden Produkte ausschließlich in der Hauptstadt der DDR. Bildrechte: dpa
Produkte aus DDR Zeiten. Brauselimonade der Firma Springe.
Die Limonade "Mandora" basierte auf einem künstlichen Mandarinenaroma. Hergestellt wurde "Mandora" vom VEB Getränkekombinat Magdeburg. Nur 35 Pfennige kostete die Flasche. "Mandora" gibt es noch heute. Bildrechte: imago/biky
Dresden (Sachsen): Unter dem Schutz der Denmkmalpflege leuchtet in Dresden an der Budapester Straße 5  an einem Gebäude, das heute Sachsens Wirtschaftsministerium beherbergt, eine Reklame, die für ein Getränk aus DDR-Zeiten wirbt.
Es war das berühmteste Mineralwasser der DDR: "Margonwasser". Gewonnen wurde es aus dem traditionsreichen Margon-Mineralbrunnen in Burkhardswalde in Thüringen. Das Signet des VEB Kombinat Margon war ein Glas mit sprudelndem Mineralwasser. (Im Bild: Margon-Werbung an einem Haus in Dresden.) Bildrechte: dpa
 Eine Flasche Vita Cola.
Die "Vita Cola" verschwand übrigens mit dem Ende der DDR 1990 vom Markt. Keiner wollte die Ost-Cola damals mehr trinken. Seit 1994 aber wird sie nach guter alter Rezeptur wieder hergestellt und erfreut sich seither vor allem im Osten Deutschlands großer Beliebtheit.
(SL)
(Über dieses Thema berichtete der MDR im TV in "Aktuell" | 06.07.2012 | 19:30 Uhr)
Bildrechte: MDR/Dirk Reinhardt
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