MDR ZEITREISE

60 Jahre Interflug

Stewardessen bei der Interflug - Keine Liebe über den Wolken

Die Interflug-Stewardessen waren die guten Seelen über den Wolken. Der Job war begehrt, doch in der DDR gab es sehr hohe Ansprüche an die Flugbegleiterinnen und auch ihr Privatleben wurde zum Teil fremdbestimmt.

Stewardess Interflug, blau gekleidet
Sie waren mehr als nur gutaussehende Flugbegleiterinnen: Die Stewardessen der Interflug mussten viele Tests durchlaufen, bevor sie abheben durften. Bei den Verlockungen aus dem nichtsozialistischen Ausland sollten sie standhaft bleiben, denn sie durften sehen, was viele andere DDR-Bürger nicht sehen sollten. Bildrechte: IMAGO
Stewardess Interflug, blau gekleidet
Sie waren mehr als nur gutaussehende Flugbegleiterinnen: Die Stewardessen der Interflug mussten viele Tests durchlaufen, bevor sie abheben durften. Bei den Verlockungen aus dem nichtsozialistischen Ausland sollten sie standhaft bleiben, denn sie durften sehen, was viele andere DDR-Bürger nicht sehen sollten. Bildrechte: IMAGO
Gruppe Stewardessen vor dem Flugzeug
1958 wird die Interflug gegründet, die "Lufthansa" der DDR. Zu Beginn sind es nur fünf europäische Städte, die angeflogen werden. Anfang der 60er Jahre sind es schon 14 Orte, auch im nichtsozialistischen Ausland. Entsprechend viel Kabinenpersonal wird gebraucht. Bildrechte: IMAGO
Frau vor Flieger
Doch die DDR-Führung passte trotzdem auf! Ein einfacher Spaziergang im Zielort des Fluges war allein undenkbar. Jede Stewardess musste von einem Mann begleitet werden, für ihre eigene Sicherheit, versteht sich. Bildrechte: IMAGO
Frau allein vor Flieger
Single über den Wolken – nicht wenn es vermeidbar war! Liebe über den Wolken war streng verboten. Bevorzugt wurden verheiratete Frauen eingestellt, denn das sollte garantieren, dass sie nicht die Möglichkeit nutzten und ins Ausland flohen. Bildrechte: IMAGO
Pilot und Stewardess vor einem Flugzeug
Auch eine Liebe zwischen Stewardess und Pilot war streng verboten, erinnert sich Dorothee Bley, ehemalige Interflug-Stewardess. Als ihr genau das passierte, gab es eine Sperre für sie und den Piloten, ins nichtsozialistische Ausland zu fliegen. "Da gab es Bestimmungen von der Kaderseite, wenn so etwas passiert, dann wurde vorübergehend eine Sperre ausgesprochen," erinnert sich Bley. Bildrechte: IMAGO
Sehtest Frau
Und die Damen waren taff, denn sie sollten auch in Krisen über den Wolken einen kühlen Kopf bewahren. Das sollte mit Belastungstests sichergestellt werden, in denen Seh- und Hörvermögen, sowie Schwindelgefühl geprüft wurden. Bildrechte: IMAGO
Stewardess vor Gepäck
Die Stewardessen mussten selbst mit anpacken und dabei auch einiges wissen. Neben politischer Linientreue wurden auch Englisch und Russisch vorausgesetzt und eine abgeschlossene Berufsausbildung. Selbstredend, dass auch ein gutes und gepflegtes Aussehen erwartet wurde. Bildrechte: IMAGO
Reisende besteigen ein Flugzeug in Richtung Mallorca. Die DDR-Fluggesellschaft Interflug bot gemeinsam mit TUI 86 DDR-Bürgern diese neue Reisemöglichkeit an.
Gutaussehende Damen gehörten auch nach der Wende noch zur Interflug. Diese Werbefigur soll DDR-Bürger für einen Flug nach Mallorca begeistern. Die DDR-Fluglinie Interflug und TUI bringen 1990 86 DDR-Bürger nach Mallorca. Bildrechte: dpa
Frau umarmt Mann vor Flugzeug
Am 30.4.1991 dann das Aus. Die Interflug stellte ihren Betrieb ein. Der letzte Flieger hob  in Berlin-Schönefeld zu einem Linienflug nach Wien und zurück ab. Nicht nur für die Stewardessen ein schwerer Schritt. Bildrechte: dpa
Eine besondere Hochzeitsgesellschaft hatte sich am 12.09.1991 in Stölln auf dem Flügel einer ausgedienten IL 62, die zum Flugzeugstandesamt umfunktioniert wurde, zum Erinnerungsfoto aufgestellt.
Ironie des Schicksals – obwohl die Liebe unter den Interflug-Kollegen geahndet wurde, wurde nach der Wende eine ausgediente IL 62 zum Hochzeits-Hotspot. Fotos der Hochzeitsgesellschaft auf dem Flügel inklusive. Bildrechte: dpa
Hochzeitspaar im Cockpit
Und so gab es am Ende dann doch noch Liebe im Cockpit, wenn auch nur von den Passagieren. (Über dieses Thema berichtete der MDR am 16.9.2018 im Zeitreise Spezial „Die DDR fliegt“ um 22:25 Uhr) Bildrechte: dpa
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Stewardessen vor einer Interflug-Maschine.
Stewardessen vor einer Interflug-Maschine. Bildrechte: MDR/Lava Film/Thieme
MDR FERNSEHEN Di, 18.09.2018 22:05 22:48

60 Jahre Interflug Von Schönefeld in alle Welt

Von Schönefeld in alle Welt

Zur Geschichte der Interflug

Film von Sven Ihden und Roland May

  • Stereo
  • 4:3 Format

Russische Kronjuwelen in Zwönitz ausgestellt

Russlands Kronjuwelen: Die Blutdiamanten der Romanows

Der russische Zarenhof galt als prunk- und prachtvollste Monarchie seiner Zeit. Das Zarenhaus schmückte sich mit Diamanten. Jetzt sind die prachtvollen Repliken der russischen Kronjuwelen in einer Ausstellung zu sehen.

Romanow Diamanten
Aus Anlass des 100. Todestags der Romanows sind derzeit im "Heimatmuseum Knochenstampfe" in Zwönitz 130 Nachbildungen von Russlands Kronjuwelen zu bestaunen. - Der russische Zarenhof galt als prunk- und prachtvollste Monarchie seiner Zeit. Großfürsten und -fürstinnen, Prinzessinnen und Prinzen schmückten sich gern mit Edelsteinen. Hier das Rubin-Diadem der Großfürstin Olga von Griechenland, gefertigt von Bolin im Jahr 1867. Bildrechte: Conrad Weigert/MDR
Romanow Diamanten
Aus Anlass des 100. Todestags der Romanows sind derzeit im "Heimatmuseum Knochenstampfe" in Zwönitz 130 Nachbildungen von Russlands Kronjuwelen zu bestaunen. - Der russische Zarenhof galt als prunk- und prachtvollste Monarchie seiner Zeit. Großfürsten und -fürstinnen, Prinzessinnen und Prinzen schmückten sich gern mit Edelsteinen. Hier das Rubin-Diadem der Großfürstin Olga von Griechenland, gefertigt von Bolin im Jahr 1867. Bildrechte: Conrad Weigert/MDR
Romanow Diamanten
Die Kaiserkrone des russischen Zaren Nicolaus II. Bildrechte: Conrad Weigert/MDR
Romanow Diamanten
Ein Collier aus Spinellen, Rubinen und Brillanten, dazu das passende Schleifenornament und die Girandol-Ohrringe von Pfisterer aus dem Jahr 1764. Bildrechte: Conrad Weigert/MDR
Romanow Diamanten
Das "Alexanderpalast-Ei", ein Geschenk von Nikolaus an Alexander 1908. Die nur 11 Zentimeter große Skulptur wurde aus Gold, Silber, Diamanten, Rubinen, Bergkristallen und Elfenbein gefertigt. Bildrechte: Conrad Weigert/MDR
Romanow Diamanten
Der Sternjuwel im Strahlendiadem der russischen Großfürstin. Das wertvolle Schmuckstück wurde wahrscheinlich vom beliebtesten Juwelier der Großherzogin, Bolin, gefertigt. Den Mittelpunkt des Sterns ziert ein sechseckiger Smaragd von 107 Karat. Bildrechte: Conrad Weigert/MDR
Romanow Diamanten
Zarin Alexandra Feodorowna trug diesen Saphierschmuck, den ihr Mann Zar Nicolaus I. zur Krönung 1865 entwerfen und fertigen ließ. Bildrechte: Conrad Weigert/MDR
Romanow Diamanten
Die Romanowsrubine der Großfürstin Marie Alexandrowna von Russland, gefertigt vom Hofjuwelier Bolin, mit blutroten burmesischen Rubinen in Form von sechs stilisierten Lotusblättern. Bildrechte: Conrad Weigert/MDR
Romanow Diamanten
Das "Maiglöckchen-Ei" ist vom Art-Nouvau-Stil inspiriert. Diesen Stil setzte der Zarenjuwelier Fabergé auch bei seinen Objekten an. Bildrechte: Conrad Weigert/MDR
Romanow Diamanten
Das Saphir-Parure von Alexandra Fjodorowna. Das Diadem der letzten russischen Kaiserin, die aus Hessen stammte, wurde vom Juwelier Köchert gefertigt. Bildrechte: Conrad Weigert/MDR
Romanow Diamanten
Auch dieses mit Hängeperlentropfen verzierte Diadem gehörte der Kaiserin von Russland. Vermutlich gefertigt mit Steinen, die sich bereits im Besitz von Katharina der Großen befanden.

Über 90 dieser präzise und kunstvoll gefertigen Repliken der russischen Zarenfamilie können Sie noch bis zum 18.11. 2018 in der Ausstellung "Die Blutdiamanten der Romanows" im "Heimatmuseum Knochenstampfe" in Zwönitz bewundern.

Über dieses Thema berichtete der MDR auch im TV in MDR Aktuell | 05.09.2018 | 21:45 Uhr
Bildrechte: Conrad Weigert/MDR
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World Cleanup Day

Subbotnik - Arbeitseinsatz für den Sozialismus

Am 15. September, dem World Cleanup Day, säubern Millionen auf der ganzen Welt ihre Wohnorte. Unbezahlte Arbeitseinsätze haben eine lange Tradition: im Sozialismus hießen sie Subbotniks und waren nicht immer freiwillig.

Mädchen putzt eine Statue
Das Wort Subbotnik ist abgeleitet von dem russischen Wort für Samstag – Subbota – und bezeichnet einen unentgeltlichen Arbeitseinsatz, der an einem Sonnabend stattfindet. Bildrechte: IMAGO
Mädchen putzt eine Statue
Das Wort Subbotnik ist abgeleitet von dem russischen Wort für Samstag – Subbota – und bezeichnet einen unentgeltlichen Arbeitseinsatz, der an einem Sonnabend stattfindet. Bildrechte: IMAGO
Moskau 1919 - Menschen in Trümmern
Der Begriff entstand in der Sowjetunion und wurde 1919 von Lenin geprägt. Er beschrieb damit den Arbeitseinsatz von Eisenbahnern, die in einer unentgeltlichen Aktion am 12. April 1919 in Moskau Dampfloks reparierten. Bildrechte: dpa
Lenin räumt den Kreml auf
Nach dem Einsatz schrieb Lenin einen Artikel über "das Heldentum der Arbeiter" und prägte den Begriff Subbotnik. Am 1. Mai 1920 fand der erste gesamtrussische Subbotnik statt. Dazu entstand auch dieses Gemälde von Wladimir Krichatski, das Lenin (in schwarz) beim Aufräumen von Schutt im Kreml zeigt. Bildrechte: IMAGO
Russische Arbeiter an einem Eisenbahnwagon 1920
Von nun an fanden regelmäßig Subbotniks statt – sie waren ein Mittel, um das durch den Krieg zerstörte Land wieder aufzubauen und spielten auch in der Propaganda eine wichtige Rolle als Beitrag zum Aufbau der sozialistischen Gesellschaft. Offiziell war die Teilnahme freiwillig, aber in der Realität wurde streng darauf geachtet, dass alle mitmachten. Es drohten Strafen bei Nichterscheinen. Bildrechte: IMAGO
 Frühjahrsputz der Hausgemeinschaft in Berlin
Auch in der DDR dienten Subbotniks nach dem Krieg vor allem dazu, das Land wieder aufzubauen. Später wurden während der Subbotniks eher Wohngebiete verschönert, wie hier 1968 in Berlin….. Bildrechte: IMAGO
Arbeitseinsatz von Studenten der Universität Jena in einem Kindergarten in Jena am 26.07.1972.
...oder öffentliche Einrichtungen auf Vordermann gebracht. Auf dem Bild ein Arbeitseinsatz von Jenaer Studenten in einem Kindergarten im Jahr 1972. Bildrechte: dpa
Bewohner des Ostberliner Neubaugebietes Marzahn sind am 14.05.1983 damit beschäftigt, vor ihren Häusern Grünflächen anzulegen und Sträucher und Bäume zu pflanzen.
Oft fanden Subbotniks zu Anlässen wie dem Geburtstag von Wladimir Iljitsch Lenin am 22. April statt. Auch in Liedern wurde der Subbotnik besungen. Wie in diesem Lied mit einem Text von Majakowski : Hart ist der Winter | Die Kälte ist groß | Am Leib unsre Blusen, die schweißigen. | Wir Kommunisten | Stapeln den Stoß | Holz | am Subbotnik | am fleißigen. Bildrechte: dpa
Bewohner der Bärensteinstraße im Ostberliner Neubaugebiet Marzahn sind am 07.08.1982 damit beschäftigt, vor ihren Häusern Grünflächen anzulegen und Sträucher und Bäume zu pflanzen.
In den Neubaugebieten der DDR wurden die neuen Bewohner dazu aufgerufen, Grünflächen anzulegen und Sträucher und Bäume zu pflanzen, nachdem die Bauarbeiter abgezogen waren. Einsätze wie hier 1982 in Berlin-Marzahn schonten die öffentlichen Kassen und förderten den kollektiven Zusammenhalt. Nach getaner Arbeit wurde gefeiert. Bildrechte: dpa
Subbotnik
Heute wird in Russland die Tradition der Subbotniks wiederbelebt. Oft finden sie als eine Art Frühjahrsputz im April statt, wie hier am 21. April 2018 in Nowosibirsk. (Über dieses Thema berichtete der MDR auch im Fernsehen: Heute im Osten – Reportage | 26.11.2016 | 18:00 Uhr) Bildrechte: IMAGO
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