MDR ZEITREISE

Vor 30 Jahren verlässt der letzte sowjetische Soldat Afghanistan

Abzug ohne Sieg Afghanistan - das sowjetische Trauma

Fast neun Jahre lang führte die Sowjetunion in Afghanistan einen brutalen Krieg. Aber sie konnte die Mudschaheddin nicht besiegen. Am 15. Februar 1989 verließen die letzten sowjetischen Soldaten Afghanistan.

Mit roten Nelken überqueren am 15. Februar 1989 die letzten sowjetischen Soldaten den Grenzfliߟ Amu Darya zwischen Afghanistan und der UdSSR. Damit ist der Abzug aus Afghanistan abgeschlossen.
Am 15. Februar 1989 verließen die letzten sowjetischen Soldaten das von ihnen besetzte Afghanistan. Mit roten Nelken überquerten sie den GrenzflussŸ Amu Darya zwischen Afghanistan und der UdSSR. Es war das schmachvolle Ende eines beinahe neun Jahre währenden Krieges. Bildrechte: dpa
Afghanistan. 1985-1986. Muslimische Fundamentalisten, Mudschaheddin.
Der Widerstand der Afghanen formierte sich vor allem um die religiösen Führer. Sie riefen zum "Heiligen Krieg" gegen die sowjetischen Invasoren auf. Die etwa 40.000 Kämpfer nannten sich Mudschaheddin, "die, die den heiligen Krieg ausüben". Mit ihnen kämpften auch regionale Warlords mit ihren Truppen. Bildrechte: imago/Russian Look
Sowjetische Soldaten während eines Gefechts auf der Salang Straߟe
Den sowjetischen Truppen gelang es nicht, die Mudschaheddin in die Knie zu zwingen. Die afghanischen Widerstandskämpfer zermürbten die schwerfälligen sowjetischen Truppen mit einer ausgeklügelten Guerillataktik und geschickten Rückzügen in die nahezu unpassierbaren und für Hinterhalte geradezu idealen Hochgebirge Afghanistans. Bildrechte: IMAGO
US-Außenminister George Shultz (1) und der sowjetische Amtskollege Edvard Schewardnadse (r) haben sich am 14. April in Genf die Hand gegeben.
Am 14. April 1988 unterzeichneten US-Außenminister George Shultz (l.) und sein sowjetischer Amtskollege Eduard Schewardnadse (r.) das "Genfer Abkommen", mit dem das Ende des Krieges in Afghanistan besiegelt wurde. Bildrechte: IMAGO
Abzug der Sowjetischen Truppen aus Afghanistan - Soldaten und Panzer im usbekischen Termez
Knapp drei Monate nachdem Michail Gorbatschow den Truppenabzug angekündigt hatte, machten sich im Mai 1988 die sowjetischen Soldaten tatsächlich daran, ihre Stellungen zu räumen. Bildrechte: IMAGO
Landesfahne der UDSSR und parkende Panzer im Zwischenlager des usbekischen Termez - Abzug der Sowjetischen Truppen aus Afghanistan.
Die UdSSR, zweitgrößte Militärmacht der Welt, zog sich ab dem 15. Mai 1988 aus dem kleinen Afghanistan gedemütigt zurück. Es war nämlich ein Abzug ohne Sieg. Afghanistan gilt daher vielen als "sowjetisches Vietnam". Am 15. Februar 1989 verließen die letzten sowjetischen Soldaten Afghanistan.
(Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell auch im TV: 27.12.2009 | 21:45 Uhr.)
Bildrechte: IMAGO
Mit roten Nelken überqueren am 15. Februar 1989 die letzten sowjetischen Soldaten den Grenzfliߟ Amu Darya zwischen Afghanistan und der UdSSR. Damit ist der Abzug aus Afghanistan abgeschlossen.
Am 15. Februar 1989 verließen die letzten sowjetischen Soldaten das von ihnen besetzte Afghanistan. Mit roten Nelken überquerten sie den GrenzflussŸ Amu Darya zwischen Afghanistan und der UdSSR. Es war das schmachvolle Ende eines beinahe neun Jahre währenden Krieges. Bildrechte: dpa
Leonid Breshnew
Begonnen hatte das militärische Abenteuer Weihnachten 1979. Staats- und Parteichef Leonid Breshnew hatte befohlen, 40.000 sowjetische Soldaten nach Afghanistan zu schicken. Er wollte die kommunistische Regierung unter Präsident Babrak Karmal im Kampf gegen aufständische religiöse Stammesgemeinschaften unterstützen. Bildrechte: IMAGO
Sowjetische Streitkräfte in Afghanistan - Panzerbrigade beim Truppentransport
Am 25. Dezember 1979 überschritten die sowjetischen Truppen die Grenze nach Afghanistan. Der Zeitpunkt war geschickt gewählt: Die westliche Welt feierte Weihnachten und nahm die Invasion zunächst kaum zur Kenntnis. Bildrechte: IMAGO
Sowjetische Panzertruppen in Kabul - Soldat schwenkt die Afghanische Nationalflagge während einer Militärparade.
Die sowjetischen Truppen bezogen zügig Schlüsselpositionen in der Haupstadt Kabul und ließen sich von afghanischen Kommunisten bejubeln. Bildrechte: IMAGO
Konvoi in Afghanistan
Doch die sowjetischen Truppen waren nicht in der Lage, das Land unter Kontrolle zu bringen. Weitere 35.000 Soldaten wurden deshalb Anfang 1980 nach Afghanistan beordert. Bildrechte: IMAGO
Mujahedin jubeln
Finanziert wurden die Mudschaheddin vor allen von den USA und Saudi-Arabien. Rund drei Milliarden Dollar erhielten die Mudschaheddin bis zum Ende des Krieges allein aus den USA. Afghanistan galt damals als einer der wichtigsten Schauplätze des Kalten Krieges. Bildrechte: IMAGO
Michail Gorbatschow und Mohammad Najibullah
Der Krieg in Afghanistan ist nicht zu gewinnen. Das wusste man spätestens seit 1984 auch in Moskau. Dennoch versuchte der neue KP-Chef Michail Gorbatschow 1985, mit einer Aufstockung der Militäreinheiten die Mudschaheddin doch noch in die Knie zwingen zu können. Gorbatschow schickte noch einmal gut 30.000 junge Menschen in den Krieg. Mehr als 100.000 sowjetische Soldaten kämpften nun in Afghanistan. (Im Bild: Michail Gorbatschow (r.) und der Präsident Afghanistans, Mohammad Najibullah.) Bildrechte: IMAGO
Ein bewaffneter afghanischer Widerstandskämpfer auf Posten im Khunar-Gebirge. Aufnahme vom Februar 1980.
Doch es nützte alles nicht. 1988, nach mehr als acht Jahren Krieg, kontrollierten die Mudschaheddin gut 60 Prozent des Landes. Die russischen Verbände dagegen nur ein paar größere Städte und einige Straßen. (Im Bild: Ein junger Mudschaheddin im Khunar-Gebirge.) Bildrechte: dpa
Michail Gorbatschow
Moskau, 8. Februar 1988. Es war eine Sensation, die der junge Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow an diesem Tag der Weltöffentlichkeit verkündete: Die sowjetischen Soldaten würden so schnell wie möglich aus Afghanistan abgezogen. Bildrechte: imago/ITAR-TASS
Afghanistan Kabul 1985 - 1986
Wie viele Afghanen während des Krieges ums Leben kamen, ist weitestgehend unklar. Es sollen mindestens eine halbe Million Afghanen getötet worden seien, vielleicht aber auch zwei Millionen. Bildrechte: IMAGO
Soldaten beim Verladen von Särgen in ein LKW im usbekischen Termez - Abzug der Sowjetischen Truppen aus Afghanistan.
Etwa 15.000 sowjetische Soldaten sollen offiziellen sowjetischen Angaben zufolge während des Krieges ihr Leben verloren haben, mehr als 50.000 wurden verletzt. (Im Bild: Abtransport von Särgen.) Bildrechte: IMAGO
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Vor 50 Jahren: Die erste Tatra-Straßenbahn verkehrt in Leipzig

Tatra-Straßenbahnen im Osten

In vielen osteuropäischen Städten sowie im Osten Deutschlands verkehren zum Teil seit gut 50 Jahren schier unverwüstliche Tatra-Straßenbahnen aus Prag.

Straßenbahn Tatra T3 fährt seit 50 Jahren in Prag
Die Tatra-Straßenbahn vom Typ T3 gilt mittlerweile als die meistproduzierte weltweit. Die T3 wurden im Auftrag des sozialistischen Wirtschaftsbündnisses RGW ab 1960 von zwei Prager Fabriken entwickelt und hergestellt: von Tatra Smichow und ČKD Praha. (Im Bild: Tatra-T3-Straßenbahnen in Prag in den 70er-Jahren.) Bildrechte: dpa
Straßenbahn Tatra T3 fährt seit 50 Jahren in Prag
Die Tatra-Straßenbahn vom Typ T3 gilt mittlerweile als die meistproduzierte weltweit. Die T3 wurden im Auftrag des sozialistischen Wirtschaftsbündnisses RGW ab 1960 von zwei Prager Fabriken entwickelt und hergestellt: von Tatra Smichow und ČKD Praha. (Im Bild: Tatra-T3-Straßenbahnen in Prag in den 70er-Jahren.) Bildrechte: dpa
Straßenbahn
Seit mehr als 50 Jahren verkehren Tatra-Straßenbahnen in etlichen Städten Osteuropas. Auch in der tschechischen Hauptstadt Prag fahren Tatra-Bahnen vom Typ T3. Sie haben dort längst Kultstatus erreicht. Bildrechte: dpa
Eine Tatra-Straßenbahn fährt auf einer verschneiten Straße in Charkiw
Auch in vielen Städten der UdSSR verkehrten Tatra-Straßenbahnen. Die meisten der als robust geltenden Bahnen sind nach wie vor im Einsatz - wie hier 2016 eine T3 im verschneiten Charkiw, der nach Kiew zweitgrößten Stadt der Ukraine.
Bildrechte: dpa
Straßenbahn vor dem Leipziger Hauptbahnhof zu DDR-Zeiten.
1968 wurden die ersten Tatra-Straßenbahnen aus der ČSSR in die DDR geliefert - nach Dresden, Halle, Magdeburg, Leipzig und Karl-Marx-Stadt. Am 14. Februar 1969 fuhr erstmals eine Tatra-Straßenbahn im Liniendienst durch Leipzig. (Tatra-Straßenbahnen vor dem Leipziger Hauptbahnhof in den 1970er-Jahren.) Bildrechte: imago/imagebroker
Straßenbahn mit Trabbi zu Wendezeiten.
Die blau-gelben Tatra-Straßenbahnen gehörten damals zum Stadtbild Leipzigs. Sie waren daraus gar nicht wegzudenken. Ähnlich wie in anderen Städten der DDR spielten sie auch in Leipzig die entscheidende Rolle im öffentlichen Personennahverkehr. (Im Bild: Tatra-Straßenbahn in den 1970er-Jahren auf dem Leipziger Ring.) Bildrechte: imago/Heiko Feddersen
Der Demonstrationszug am 10.10.1989 durch die Leipziger Innenstadt.
Vor lauter Demonstranten fast nicht mehr zu erkennen: Eine Tatra-Straßenbahn (am rechten oberen Bildrand) am 10. Oktober 1989 vor dem Leipziger Hauptbahnhof. Bildrechte: dpa
Tatra-Großzug der Linie 1 unterwegs auf dem Klingerweg in Leipzig
Nach 1990 wurden die guten alten Tatra-Straßenbahnen teils verschrottet, verkauft oder aufwendig saniert. Bis 2020 sollen sie in Leipzig noch im Linienverkehr unterwegs sein. (Im Bild: Tatra-Großzug der Linie 1 im Klingerweg.) Bildrechte: imago/Jürgen Hanel
Eine Tatra-Straßenbahn in Magdeburg.
In Magdeburg verkehrte die erste Tatra-Straßenbahn am 20. April 1969 im Liniendienst. Die Begeisterung der Magdebuger über die neuen Straßenbahnen aus Prag soll riesig gewesen sein. 1978 besaßen die Magdeburger Verkehrsbetriebe einen lupenreinen Tatra-Wagenpark. Das war einmalig in der DDR. Im Januar 2013 endete die Ära der Tatra-Bahnen in Magdeburg. (Im Bild: Tatra-Straßenbahn 2013 in Magdeburg.) Bildrechte: MDR/André Plaul
Straßenbahnen im Straßenbahnhof Schwerin, 1993
Seit 1973 verkehrten in Schwerin Tatra-Straßenbahnen vom legendären Typ T3. Anfang der 1990er-Jahre wurden sie modernisiert. Zwischen 2000 und 2005 wurden die alten T3 dann aber nach und nach außer Dienst genommen und an Verkehrsbetriebe in Kasachstan, Lettland, Russland und in der Ukraine verkauft. (Im Bild: Tatra T3 im Potsdamer Straßenbahnhof 1993.) Bildrechte: dpa
Tatra-Straßenbahn in Dresden
Auch in der sächsischen Metropole Dresden fuhren wie in 13 anderen Städten der DDR ab Ende der 1960er-Jahre Tatra-Straßenbahnen aus Prag. Bildrechte: IMAGO
Im Dresdner Alberthafen werden Tatra-Wagen auf Spezialwaggons verladen
1991 wurden 16 in die Jahre gekommene, aber noch voll funktionstüchtige Dresdner Tatra-Straßenbahnen ausgemustert und in die rumänische Stadt Botosani transportiert. Dort sollten sie die Straßenbahnen aus rumänischer Produktion ablösen, die arg störanfällig waren. (Im Bild: Verladung der Straßenbahnen am Dresdner Alberthafen.)
(Über dieses Thema berichtete der MDR im TV in "Umschau" | 12.07.2016 | 20:15 Uhr.)
Bildrechte: dpa
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Eine Tatra-Straßenbahn fährt auf einer verschneiten Straße in Charkiw
Auch in vielen Städten der UdSSR verkehrten Tatra-Straßenbahnen. Die meisten der als robust geltenden Bahnen sind nach wie vor im Einsatz - wie hier 2016 eine T3 im verschneiten Charkiw, der nach Kiew zweitgrößten Stadt der Ukraine.
Bildrechte: dpa

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Thomas Kleine 1 min
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